Ein Interview gefüllt mit Erinnerungen. Manuel Marquardt berichtet von seinem Weg, von Höhen, Tiefen und vielen Erprobungen – immer mit dem großen Wunsch, beruflich einen festen Platz zu finden.
Manuels berufliche Entwicklung begann bereits in der Schulzeit: von der Regelschule in ein Förderzentrum, anschließend innerbetriebliche Qualifizierung und hinein in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Erste Kontakte zu Integra gGmbH (Integrationsfachdienst und außerschulischer Bildungsträger) wurden bereits während der Schulzeit geknüpft. Integra gGmbH unterstützt nämlich Projekte zum Übergang von Schule in den Beruf und fördert damit den Weg junger Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Ebenfalls noch als Schüler absolvierte Manuel mehrere Praktika in verschiedenen Bereichen: in Küchen, dem Arbeitsbereich der WfbM, einem Supermarkt. In dieser Zeit wurde schnell deutlich, dass Manuel offen ist vieles auszuprobieren. Seine Stärken: Zuverlässigkeit, Freundlichkeit und die Bereitschaft anzupacken.
Nach der Schulzeit begann er sich in der Lager-Logistik zu erproben, doch die schulischen Anforderungen waren hoch. Über Integra nahm er an der Innerbetrieblichen Qualifizierung (InBeQ) teil und absolvierte weitere Praktika im Teppichmarkt, im Fliesen- und Dachdeckerhandwerk. Es wurde vieles ausprobiert, doch der passende Platz ließ sich zunächst nicht finden.
Ohne Arbeit ging es aber nicht, Manuel strebte also weiter. Über die Anbindung an die WfbM sammelte Manuel weitere praktische Erfahrungen als Maurer, Maler und erneut im Lager. Dann der Lichtblick: Hausmeisterhelfer.
Manuel probierte sich wieder einmal in einem für ihn neuen Bereich aus, und siehe da: Hier fühlte er sich wohl. Zur gleichen Zeit wurde ein neues gesetzliches Instrument geschaffen, das Budget für Arbeit, das Menschen wie Manuel den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern soll.soll.
Integra gGmbH unterstützte bei den Anträgen – der Weg war lang, denn das Budget für Arbeit war für alle Beteiligten, einschließlich Arbeitgeber, Leistungsträger und begleitendem Integrationsfachdienst, noch neu.
„Man kann nicht viel verlieren, man kann nur gewinnen.“
Manuel Marquardt erklärt, warum auch andere sich um ein Budget für Arbeit bemühen sollten.
Doch es funktionierte: Das Budget für Arbeit führte zu einer Anstellung in einem Kindergarten, wo Manuel seitdem Hausmeistertätigkeiten ausübt. Manuel hebt die Vorteile dieses Modells hervor: „Geld verdienen, Festanstellung, nicht alles wird angerechnet, persönliche Freiheit, die Möglichkeit, etwas dazu zu verdienen.“ Er empfiehlt anderen, sich auf den Weg zu machen – auch wenn der Weg nicht immer einfach ist: „Einfach ausprobieren, machen! Denn man kann nicht viel verlieren, man kann nur gewinnen.“
Sicherheit ist Manuel wichtig: Regelmäßige, ganzjährige Arbeitszeiten und klare Aufgaben verleihen ihm Stabilität. Seit fünf Jahren ist er im Budget zufrieden und er betont, wie wichtig es ist, dass seine beständige Unterstützung bleibt. Auch bei Manuel gab es Momente, in denen es ihm zu viel wurde. Jemanden an seiner Seite zu haben, half ihm in diesen Situationen ungemein. Das Rückkehrrecht in die WfbM bietet ihm zusätzlich Schutz und Sicherheit und ermöglicht so, sich weiterzuentwickeln und zu erproben. Der Weg zurück bleibt ihm immer offen.
Manuels beruflicher Weg zeigt: Es ist nicht immer eine Entweder-Oder-Situation. Vielmehr können sich unterschiedliche Wege – Budget für Arbeit, WfbM, weitere Praktika – miteinander kreuzen. Flexibilität, Zielstrebigkeit und das gemeinsame Anpacken ermöglichen Fortschritte.
Ausblick: Die Geschichte scheint nicht zu Ende. Auch aus dem Budget für Arbeit kann sich weiteres ergeben. Ein Arbeitgeberwechsel oder neue berufliche Herausforderungen sind dank kontinuierlicher Anleitung und Begleitung weiterhin möglich, wobei Manuel die Freiheit behält, über seine berufliche Weiterentwicklung zu entscheiden.



